Am 20.08.2010 11:50, schrieb Frank Kemper:
Mal ein grundsätzlicher Satz zum Ton der Diskussion, der sich hier
gerade durchsetzt: Wenn irgendjemandem hier das Anliegen des OP
missfällt, dann steht es ihm immer noch frei, schlicht und einfach nicht
auf seine Anfrage zu reagieren. Das Infragestellen der Sinnhaftigkeit
von gewünschten Features, wie du es gerade mit beispielhafter
Impertinenz vorführst, empfinde ich jedenfalls inzwischen als unerfreulich.
Da hast du recht. Die Sinnhaftig- oder losigkeit eines Features kann man
auch in einem neutralen Ton anmerken, ohne persönlich zu werden.
Zur optischen Leistung von Handykameras:
[...]
Wer also glaubt, Kameras in Handys müssten zwangsläufig Scheiße sein,
der sollte mal ein aktuelles Smartphone ausprobieren. Man kann sich nur
wundern, was die inzwischen aus dem kleinen Bauformat rausholen.
Ich zieh mir den Schuh einfach mal an:
Du musst, zumindestens in meinem Fall, genau entscheiden WAS ich
anzweifle: Dies sind die Prospektwerte der entsprechenden Handykameras.
Dazu mal eine kleine Hausnummernrechnung: Lass einen Kamerachip mal 5mm
Kantenlänge haben. Bei 5mpix Auflösung entspricht das ungefähr 450
Punkte pro Millimeter. Zu analogen Zeiten war es üblich, die Auflösung
von Film und/oder Objektiven in Linien anzugeben - was für unseren
Kamerachip letzten Endes eine "analoge" Auflösung von 225 Linien pro mm
bedeutet. Um jetzt den Chip auch auszunutzen, müsste auch das
davorliegene Objektiv mindestens diese Leistung bringen.
Und jetzt kommen meine Zweifel ins Spiel: Wenn ich mich aus analogen
erinnere, dass erstklassige Festbrennweiten für Kleinbild- und
Mittelformatobjektive im vier- oder gar fünfstelligen Preisbereich unter
optimalen Bedingungen auf 120-150 Linien pro mm kommen, wie kann dann
die Linse in einem 200¤-Handy diese Leistung um fast das doppelte
übertreffen?
Du wirfst nun ein, dass du selbst mit modernen Handycams hervorragende
Aufnahmen gemacht hast. Das glaube ich dir sogar. Erstens wegen BTDT.
Der zweite Grund ist aber innerhalb dieser Diskussion viel
entscheidender: Die technischen Voraussetzungen für diese Ergebnisse
sind im Vergleich zu den Prospektdaten geradezu lächerlich niedrig - und
damit auch für die kleinen Dinger technisch machbar - zur Ausnutzung der
Auflösung eines normalen LCD-Monitors reichen locker 2 Megapixel - 3
Megapixel reichen rechnerisch, um ein 10x15-Bild scharf erscheinen zu
lassen.
Und hier schliesst sich der Kreis: Wollte ich mich im Vergleich zu
Radbert höflicher und neutraler ausdrücken, würde ich sagen, dass aus
technischer Sicht eine 5mpix-Kamera im Handy kaum als Argument gegenüber
anderen Handys mit einer guten 2- oder 3mpix-Kamera gelten kann. Und das
tue ich hiermit.
Andreas