0810

Diskussion über Mobilkommunikation in Österreich.
Die Themenbereiche umfassen unter anderem Services und Tarife der einzelnen Netzanbieter sowie Netzausbau und Erreichbarkeit.
Fragen zu einzelnen Geräten sollten hingegen in den dafür vorgesehenen Bereichen gestellt werden.
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Re: 0810

Beitragvon klaus maria pfeiffer » Fr 30. Mai 2008, 04:34


Martin Hotze wrote:
[1] für unsere Kiddies übersetzt:

fix, oida!
--
Verein Lebenswertes Traisental
http://www.lebenswertes-traisental.at/
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Re: 0810

Beitragvon franz huber » Fr 30. Mai 2008, 05:51


"Martin Hotze" wrote ...
Und der erste Impuls war schon beim ersten Freizeichen futsch [3].

Nicht ganz. Der erste Impuls war 0 bis 72 Sekunden nach der Wahl der ersten
Ziffer futsch. Theoretisch waren damit aber auch gratis-Kurzgespräche
möglich. Zu Hause war die Chance dafür eher gering, da ja die
"Gesprächszeit" mit der Wahl der ersten Ziffer begann.

Bei Telefonzellen hingegen wurden bis zum Drücken des Zahlknopfs[1] alle
Impulse ignoriert. Da hatte man also eine sehr große Chance nach einem
Gespräch wie "Ich verspäte mich um eine halbe Stunde, Baba." seinen
Schilling[2] zurückzubekommen.

Franz

[1] Für die Kiddies: Bei einer Telefonzelle (das sind diese
Regenunterstände, in denen die händilosen Fossilien auch talken können), war
die Verbindung zunächst nur one-way, dafür gratis. Durch Drücken des
Zahlknopfes wurde das Mikrofon und die Vergebührung aktiviert. Touristen
brachte das oft zur Verzweiflung.

[2] Die in Österreich bis 2001 gebräuchliche Währung; ca[3] 7 Cent.

[3] Eine Bank, die 1997 von der Bank Austria übernommen wurde.
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Re: 0810

Beitragvon martin hotze » Fr 30. Mai 2008, 06:38


Franz Huber schrieb:
Zu Hause war die Chance dafür eher gering, da ja die
"Gesprächszeit" mit der Wahl der ersten Ziffer begann.

Jo, weil da musste man ja mit Wählscheibe [1] wählen. Und IIRC gab es
dabei ja keine Wahlwiederholung [2] oder Adressbücher [3].

#m

für Kiddies:
[1] ähhh ... wie erklärt man das jetzt? Also so'ne Scheibe mit 10
Löchern. Unter jedem Loch stand die Zahl die man wählen wollte. Man
steckte meist einen Finger ins Loch und verdrehte damit die Scheibe
rechtsdrehend bis zum eingebauten Anschlag, dann zog man den Finger
wieder raus und die Scheibe drehte sich wieder in den Ausgangszustand
retour. Das wiederholte man so oft bis man alle Zahlen der Telefonnummer
durch hatte.
[2] speed dial
[3] oh well, die gab es schon, die waren aber aus totem Baum.
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Re: 0810

Beitragvon johann mayerwieser » Fr 30. Mai 2008, 07:26


Wolfgang Decker wrote:
Johann Mayerwieser schrub:
Martin Hotze wrote:
Walter Dvorak schrieb:
Da aber der begriff "ortstarif" nur im historischen
kontext (vor der mobilfunkzeit; - im sinne von tel-nummern im
gleichen festnetzvorwahlbereich plus ungefaehr 50km umkreis)

Historisch? 50km sind dann doch recht frisch, sozusagen. Früher[tm]
waren das rund 25km.

Früherfrüher war das nur in der gleichen Vorwahl, zum Nachbarort war
das dann schon Ferngespräch.

Ja, aber gab's nicht früherfrüher "Ortsgespräch" (war gleiche Vorwahl)
und dann eine Aufteilung in "Nahzone" (25 oder 50 km?) und "Fernzone"
(alles, was dann weiter war)?

Ja - es gab WINW (wos i no was) 3 Fernzonen.

Liebe Grüße
Hanns
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Re: 0810

Beitragvon johann mayerwieser » Fr 30. Mai 2008, 07:31


Martin Hotze wrote:
Wolfgang Decker schrieb:
Ja, aber gab's nicht früherfrüher "Ortsgespräch" (war gleiche Vorwahl)
und dann eine Aufteilung in "Nahzone" (25 oder 50 km?) und "Fernzone"
(alles, was dann weiter war)?

ja, das könnte hinkommen (zuerst 25 und dann 50km).
früherfrüher musste man auch oft auf das vor das Telefon vorgeschaltene
Kastl aufpassen (knacken und so) um festzustellen ob nicht einer der
drei anderen des Viertelanschlusses [1] telefoniert.

Ganz so schlimm wars nicht, dass du auf das Kastl horchen hast müssen.

Am Telefon gab es einen Knopf und einen kleine Anzeigscheibe. Hörer
abheben, Knopf drücken, wenn kein anderer Telefonierte, dann änderte
die Scheibe die Farbe auf weiß und dann ging es ans Wählen.

Und der erste Impuls war schon beim ersten Freizeichen futsch [3].

Ende der Sechziger hatte meine Großmutter, damals im 2. Bezirk
wohnend, den Gebührenzähler am Telefon, da kam jedes Monat neben dem
Gas- und Strommann auch der Telefonmann vorbei, las denZählerstand ab
und kassierte. Der Gebührenzähler lief auch, wenn sie agerufen wurde,
dafür aber zahlte sie nur die halbe GEsprächsgebühr.

Liebe Grüße
Hannes
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Re: 0810

Beitragvon johann mayerwieser » Fr 30. Mai 2008, 07:38


"Franz Huber" wrote:

Bei Telefonzellen hingegen wurden bis zum Drücken des Zahlknopfs[1] alle
Impulse ignoriert. Da hatte man also eine sehr große Chance nach einem
Gespräch wie "Ich verspäte mich um eine halbe Stunde, Baba." seinen
Schilling[2] zurückzubekommen.

Wenn du den Zahlknopf gedrückt hast, ist der erste SChilling
runtergefallen und war sofort weg, die Gesprächsdauer wurde von einem
"Wecker" im Automat bestimmt und betrug 5 Minuten, später 4 Minuten,
die verbleibende Dauer wurde mit einer weißen Scheibe angezeigt (das
waren dann schon die moderneren Automaten)...
Es gab sogar Automaten, bei denen man keine weiteren Münzen nachwerfen
konnte, nach Ablauf der GEsprächsdauer wieder Münze einwerfen, wählen,
sprechen.

Später kamen dann Automaten bei denen man mehrere Münzen in den
Schacht werfen konnte, ja sogar verschiedene Stückelungen waren
möglich, wobei man diese auch überlegt einwerfen musste (mindestens 4x
1 S und 1 x 5 S und dann Zehner), weil der Autmat nur mit den
eingeworfenen Münzen wieder herausgegeben hat, wenn da keine
Schillingmünzen drinnen waren, wurde auf den nächsten Fünfer
aufgerundet etc....

Franz

[1] Für die Kiddies:

Du musst auch noch ganz schön jung sein, wenn du obiges nicht kennst:)

Liebe Grüße
Hannes
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Re: 0810

Beitragvon johann mayerwieser » Fr 30. Mai 2008, 07:49


Martin Hotze wrote:
Franz Huber schrieb:
Zu Hause war die Chance dafür eher gering, da ja die
"Gesprächszeit" mit der Wahl der ersten Ziffer begann.

Jo, weil da musste man ja mit Wählscheibe [1] wählen. Und IIRC gab es
dabei ja keine Wahlwiederholung [2] oder Adressbücher [3].

#m

für Kiddies:
[1] ähhh ... wie erklärt man das jetzt? Also so'ne Scheibe mit 10
Löchern. Unter jedem Loch stand die Zahl die man wählen wollte. Man
steckte meist einen Finger ins Loch und verdrehte damit die Scheibe
rechtsdrehend bis zum eingebauten Anschlag, dann zog man den Finger
wieder raus und die Scheibe drehte sich wieder in den Ausgangszustand
retour. Das wiederholte man so oft bis man alle Zahlen der Telefonnummer
durch hatte.

Dafür gab es aber auch schon Rufnummernsperren, das waren kleine
Schlösser, die man bei der 4 einhängte (damit man die Notrufe noch
wählen konnte). Die meisten Ortsgespräche und vor allem Ferngespräche
waren damit nicht mehr möglich. Geviefte konnten dass umgehen, indem
sie mit der Gabel [1] wählten. Durch ganz kurzes Niederdrücken der
Gabel konnte man einen Wählimpuls[2] auslösen. Man drückte die Gabel
so oft schnell hintereinander nieder, wie es der Ziffer entsprach, die
man wählen wollte. Dann eine kurze Pause und die nächste Ziffer...

Liebe Grüße
Hannes [9465]

Für die Kiddies:
[1] Der Hörer[3] war bei Nichtgebrauch des Telefons in der Gabel
abgelegt, diese enthielt einen Ein-Ausschalter, der durch das Gewicht
des Hörers betätigt wurde.

[2] Beim wählen hörte man keine Töne, sondern ein Rattern, das der
gewählten Ziffer entsprach. Das waren Stromunterbrechungen mit denen
in der Telefonzentrale Relaise bewegt wurden um die Verbindung
herzustellen.

[3] Beim Telefonieren wurde der Hörer ähnlich wie das Handy an das Ohr
gehalten, der Hörer war so lang (ca 25 cm), dass die Sprechmuschel[4]
vor dem Mund lag. Das Gewicht des Hörers allein übertraf den eines
modernen Handys um das Vielfache.

[4] Jener Teil des Hörers, in dem das Mikrofon untergebracht war.

[9465] Verzweifelt, weil es gar nicht mehr genug Fußnoten gibt, um den
Kiddies die moderne Technik von damals zu erklären.
--
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Re: 0810

Beitragvon herbert wotzel » Fr 30. Mai 2008, 09:44


Johann Mayerwieser schrieb:
Wenn du den Zahlknopf gedrückt hast, ist der erste SChilling
runtergefallen und war sofort weg, die Gesprächsdauer wurde von einem
"Wecker" im Automat bestimmt und betrug 5 Minuten, später 4 Minuten,
die verbleibende Dauer wurde mit einer weißen Scheibe angezeigt (das
waren dann schon die moderneren Automaten)...
Es gab sogar Automaten, bei denen man keine weiteren Münzen nachwerfen
konnte, nach Ablauf der GEsprächsdauer wieder Münze einwerfen, wählen,
sprechen.
Stimmt nicht ganz, die Automaten mit der weißen Scheibe waren die

ältesten, die ich kenne, und bei denen konnte man keinen Schilling
nachwerfen, sondern musste neu wählen.

Da diese Automaten nur die Gesprächszeit mit Hilfe der weißen Scheibe
gemessen haben, waren ausschließlich Ortsgespräche möglich. Andererseits
war es manchmal möglich, mit Einschieben eines Papierstreifens den Lauf
der weißen Scheibe zu bremsen ....

Später kamen dann Automaten bei denen man mehrere Münzen in den
Schacht werfen konnte, ja sogar verschiedene Stückelungen waren
möglich, wobei man diese auch überlegt einwerfen musste (mindestens 4x
1 S und 1 x 5 S und dann Zehner), weil der Autmat nur mit den
eingeworfenen Münzen wieder herausgegeben hat, wenn da keine
Schillingmünzen drinnen waren, wurde auf den nächsten Fünfer
aufgerundet etc....
Da gab es eine Zwischengeneration, relativ kompakte Bauweise, wo die

restliche Gesprächsdauer zwar nicht mehr angezeigt wurde, dafür konnte
man mehrere Schillinge einwerfen, die schön langsam in einem
Sichtschacht schräg nach unten gerutscht sind. Der erste Schilling ist
mit dem Zahlknopf gefallen, die restlichen je nach Gebührenimpuls (das
ist allerdings eine Vermutung)

Die späteren Automaten, die auch 5 und 10 angenommen haben, waren dafür
wieder von gigantischem Ausmaß ...
herbert wotzel
 
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Re: 0810

Beitragvon gerhard brus » Fr 30. Mai 2008, 14:09


Herbert Wotzel wrote:
Stimmt nicht ganz, die Automaten mit der weißen Scheibe waren die
ältesten, die ich kenne, und bei denen konnte man keinen Schilling
nachwerfen, sondern musste neu wählen.

Ich habe damals in Graz eine Zelle erwischt, wo diese Scheibe nach einer

gewissen Zeit hängen blieb.
Da konnte ich lange mit meiner Freundin plaudern.
--
MfG
Gerhard Brus
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Re: 0810

Beitragvon franz huber » Fr 30. Mai 2008, 18:21


"Johann Mayerwieser" wrote ...
Wenn du den Zahlknopf gedrückt hast, ist der erste SChilling
runtergefallen und war sofort weg, die Gesprächsdauer wurde von einem
"Wecker" im Automat bestimmt und betrug 5 Minuten, später 4 Minuten,
die verbleibende Dauer wurde mit einer weißen Scheibe angezeigt (das
waren dann schon die moderneren Automaten)...

Das waren die älteren. So einen hatten wir noch in der Schule. Durch weiters
Drücken des Zahlknopfes konnte man noch ein Gespräch führen. So haben sich
mehrere Kinder einen Schilling teilen können.

Ich meinte in meinem Vorposting aber die spätere Generation, die 3
Einwurfschlitze (1, 5 und 10 Schilling) hatten und für Ferngespräche
geeignet waren. Und bei denen konnte man tatsächlich mit Glück kurze
Ortsgespräche gratis führen. Der Schilling (oder die 20 französischen
Centimes, die man in den 5-Schilling-Schlitz werfen konnte) kam zurück, wenn
vor Gesprächsende kein Impuls ausgelöst wurde.

Franz
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