Internationaler Vergleich?

Diskussion und Information über Telekommunikationsanlagen (TK-Anlagen) und verwandte Endgeräte wie a/b-Adapter.
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Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon c.p. kurz » Di 17. Aug 2010, 12:18


Am 13.08.10 18:11, schrieb Antonio Pillon:
ISDN gibt es ja nicht nur im Euro-Gebiet, gibt es Länder, wo die
Signalisierung der Dienste nicht nur theoretisch funktioniert?

Wenn überhaupt hätte es wohl nur in Deutschland noch eine Chance gehabt,
weil die Post hier die Gerätehoheit hatte und daher grundsätzlich ISDN
Geräte nur korrekt konfiguriert hätten ausgeliefert werden können. Aber
zum Zeitpunkt des beginnenden ISDN-Booms war ja (glücklicherweise) schon
Ende mit dem Post-Monopol. Bzw., mit weiter laufendem Post-Monopol wäre
es vermutlich gar nicht zu diesem Boom gekommen.

Da die Dienstekennung aber auch weltweit vom unwissenden Anwender zu
konfigurieren ist, geht das natürlich überall gleich schief. Da hätte
man schon unterschiedliche Stecker für Telefon und Telefax verbindlich
vorschreiben müssen, damit auch dauerhaft eine verlässliche Zuordnung an
den ISDN-Anlagen möglich gewesen wäre.

Aber letztendlich ist das auch nicht so wichtig, die Trennung über MSN
ist ja ohnehin für den Endanwender besser nachvollziehbar.


- Carsten
c.p. kurz
 
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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon erich kirchmayer » Sa 21. Aug 2010, 11:39


Hi,

Antonio Pillon schrieb:
So fundamental schlecht, wie Du es darstellst, war diese Idee der
Bundespost damals nicht. Es hätte schon etwas für sich, wenn bei
einem Anruf vorab verläßlich signalisiert würde "dies ist ein
Fax-Anruf" oder "dies ist eine Datenverbindung" und sinngemäß
dazu, wenn in Gegenrichtung signalisiert würde: "Dieses Gerät kann
keine SMS annehmen".

ISDN gibt es ja nicht nur im Euro-Gebiet, gibt es Länder, wo die
Signalisierung der Dienste nicht nur theoretisch funktioniert?


ISDN-Dienste funktionieren überall im Euro-ISDN-Land nicht nur
theoretisch, sondern auch praktisch. Allerdings nutzt kaum ein
Anwender/Enduser bewusst diese Möglichkeit. Die Dienstekennungen sind in
der Protokollbeschreibung zum Euro-ISDN verankert, müssen also überall
implementiert sein, wo sich ein Anschluss "Euro-ISDN" nennen darf.

Die Idee war, unter nur einer Nummer verschiedene Geräte/Dienste zu
betreiben. ISDN-Modem, ISDN-Fax oder ISDN-Telefone wären damit zu
unterscheiden gewesen. Bezüglich dem in Privathaushalten und kl. Firmen
wichtigsten "Dienst" - nämlich Fax - ging die Rechnung aber nie auf, da
sich ISDN-Faxgeräte bis heute kaum etabliert haben und es zudem eine
riesige Zahl analoger Faxgeräte gab und gibt, die am "normalen
Anschluss" arbeiten und keinerlei Dienstekennungen schicken können. Die
Vergabe (in .de) von bis zu 3, später bis zu 10 MSN erledigte das besser
und einfacher. Damit waren die "Dienstekennungen" in der Praxis so gut
wie gestorben. Heute werden sie ansich nur noch zur Fernwartung div. TK-
Anlagen ode rmanchmal ISDN-Routereinwahlen etc. verwendet. Auf der
gleichen MSN/Durchwahl kann man damit sowohl faxen oder telefonieren als
auch die Anlage aus der Ferne administrieren (lassen). Und ja, auch die
Netzbetreiber profitieren noch davon - Anbieter von "Sprach-Flatrates"
schliessen sehr oft explizit ISDN-Datenverbindungen von der Flatrate aus
- das geht nur anhand der Dienstekennung....

Eines muss man den ehemaligen Bundespost-Beamten lassen - sie haben weit
vorraus gedacht. Heute fliegen uns nämlich so Dinge wie
"Rufnummernknappheit" um die Ohren und/oder sorgen für "ellenlange"
Rufnummern selbst im kleinsten Kuhdorf....
--
Lebe heute und freue dich auf morgen.
erich kirchmayer
 
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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon norbert fischer » Sa 21. Aug 2010, 22:18


Erich Kirchmayer schrieb am 21.08.10 um 10:39:
Netzbetreiber profitieren noch davon - Anbieter von "Sprach-Flatrates"
schliessen sehr oft explizit ISDN-Datenverbindungen von der Flatrate aus
- das geht nur anhand der Dienstekennung....

Macht man halt Data over Voice, d.h. man sendet die Dienstekennung Voice,
es ist aber in Wirklichkeit eine Datenverbindung (das muss die Gegenstelle
natürlich unterstützen). So bekommt man dann trotzdem die Flatrate.

CU

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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon martin gerdes » So 22. Aug 2010, 13:00


"Erich Kirchmayer" schrieb:
So fundamental schlecht, wie Du es darstellst, war diese Idee der
Bundespost damals nicht. Es hätte schon etwas für sich, wenn bei
einem Anruf vorab verläßlich signalisiert würde "dies ist ein
Fax-Anruf" oder "dies ist eine Datenverbindung" und sinngemäß
dazu, wenn in Gegenrichtung signalisiert würde: "Dieses Gerät kann
keine SMS annehmen".
ISDN gibt es ja nicht nur im Euro-Gebiet, gibt es Länder, wo die
Signalisierung der Dienste nicht nur theoretisch funktioniert?
ISDN-Dienste funktionieren überall im Euro-ISDN-Land nicht nur
theoretisch, sondern auch praktisch. Allerdings nutzt kaum ein
Anwender/Enduser bewusst diese Möglichkeit. Die Dienstekennungen sind in
der Protokollbeschreibung zum Euro-ISDN verankert, müssen also überall
implementiert sein, wo sich ein Anschluss "Euro-ISDN" nennen darf.
Die Idee war, unter nur einer Nummer verschiedene Geräte/Dienste zu
betreiben. ISDN-Modem, ISDN-Fax oder ISDN-Telefone wären damit zu
unterscheiden gewesen. Bezüglich dem in Privathaushalten und kl. Firmen
wichtigsten "Dienst" - nämlich Fax - ging die Rechnung aber nie auf, da
sich ISDN-Faxgeräte bis heute kaum etabliert haben und es zudem eine
riesige Zahl analoger Faxgeräte gab und gibt, die am "normalen
Anschluss" arbeiten und keinerlei Dienstekennungen schicken können.

Der in Privathaushalten und kleinen Firmen wichtigste Dienst ist die
Sprachtelefonie. Diesbezüglich ging die Rechnung aber nicht aus, weil
diese Teilnehmer häufig (bis heute) nicht aufhörten, vorhandene
Analogtelefone weiterzuverwenden -- und die geben prinzipbedingt halt
keine verläßliche Dienstekennung heraus.

Vielleicht war die Norm auch schlichtweg nicht weit genug gedacht.
Gerade in Privathaushalten und kleinen Firmen weitverbreitet sind
Kombifaxgeräte, mit denen die Leute teilweise auch standardmäßig
telefonieren. Ist ein solches Gerät mit einem Teilnehmer verbunden, der
getrennte Telefon- und Faxgeräte verwendet, müßte die Zieleinrichtung
zwischen Sprachtelefonie und Fax umschalten, wenn ein Anrufer nach
einleitendem Sprachtelefonat ohne Neuanwahl ein Fax hinterherschickt.

Ich wüßte nicht, wie das technisch mit Analoggeräten gehen sollte.
Die Vergabe (in .de) von bis zu 3, später bis zu 10 MSN erledigte das besser
und einfacher.

ACK.
Damit waren die "Dienstekennungen" in der Praxis so gut wie gestorben.

Leider nicht. Sie waren nicht gestorben, sondern störten als böse
Geister.
Eines muss man den ehemaligen Bundespost-Beamten lassen - sie haben weit
voraus gedacht. Heute fliegen uns nämlich so Dinge wie
"Rufnummernknappheit" um die Ohren und/oder sorgen für "ellenlange"
Rufnummern selbst im kleinsten Kuhdorf ...

Eigentlich nicht. Wenn ein Teilnehmer, der früher mal eine einzige
Nummer bekommen hat, nunmehr 10 Nummern bekommt, rechtfertigt das die
Verlängerung der Rufnummern um genau eine Stelle, nicht um drei oder
vier.

Ich halte es für ziemlich lächerlich, in einem Ort mit vielleicht 1000
Einwohnern 6stellige Rufnummern zu verteilen.
martin gerdes
 
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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon norbert fischer » Mo 23. Aug 2010, 17:27


Martin Gerdes schrieb am 22.08.10 um 14:00:
Ich halte es für ziemlich lächerlich, in einem Ort mit vielleicht 1000
Einwohnern 6stellige Rufnummern zu verteilen.

Ich frage mich auch, warum die Bundesnetzagentur das ab 1.7.2011 verbindlich
vorschreibt.

CU

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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon marc haber » Mo 23. Aug 2010, 18:58


Polaris@polaris.franken.de (Norbert Fischer) wrote:
Martin Gerdes schrieb am 22.08.10 um 14:00:
Ich halte es für ziemlich lächerlich, in einem Ort mit vielleicht 1000
Einwohnern 6stellige Rufnummern zu verteilen.

Ich frage mich auch, warum die Bundesnetzagentur das ab 1.7.2011 verbindlich
vorschreibt.

Weil die Rufnummern an die Netzbetreiber in 1000er-Blöcken vergeben
werden, auch in Winz-Ortsnetzen.

Grüße
Marc
--
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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon norbert fischer » Di 24. Aug 2010, 15:47


Marc Haber schrieb am 23.08.10 um 19:58:
Weil die Rufnummern an die Netzbetreiber in 1000er-Blöcken vergeben
werden, auch in Winz-Ortsnetzen.

Warum war das bisher kein Problem, warum ist das erst ab 1.7.2011 ein
Problem?

CU

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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon marc haber » Di 24. Aug 2010, 16:39


Polaris@polaris.franken.de (Norbert Fischer) wrote:
Marc Haber schrieb am 23.08.10 um 19:58:
Weil die Rufnummern an die Netzbetreiber in 1000er-Blöcken vergeben
werden, auch in Winz-Ortsnetzen.

Warum war das bisher kein Problem, warum ist das erst ab 1.7.2011 ein
Problem?

Keine Ahnung. In der Praxis sind neu vergebene Nummern auch in kleinen
Ortsnetzen schon seit 2004 sechsstellig.

Grüße
Marc
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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon martin gerdes » Mi 25. Aug 2010, 00:00


Marc Haber schrieb:
Ich halte es für ziemlich lächerlich, in einem Ort mit vielleicht 1000
Einwohnern 6stellige Rufnummern zu verteilen.
Ich frage mich auch, warum die Bundesnetzagentur das ab 1.7.2011 verbindlich
vorschreibt.
Weil die Rufnummern an die Netzbetreiber in 1000er-Blöcken vergeben
werden, auch in Winz-Ortsnetzen.

Sechsstellige Nummern im Winzkaff rechtfertigt das allein allerdings
noch nicht.
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Re: Internationaler Vergleich?

Ungelesener Beitragvon erich kirchmayer » Mi 25. Aug 2010, 06:16


Hi,

Martin Gerdes schrieb:

unterscheiden gewesen. Bezüglich dem in Privathaushalten und kl.
Firmen wichtigsten "Dienst" - nämlich Fax - ging die Rechnung aber
nie auf, da sich ISDN-Faxgeräte bis heute kaum etabliert haben und
Sprachtelefonie. Diesbezüglich ging die Rechnung aber nicht aus, weil
diese Teilnehmer häufig (bis heute) nicht aufhörten, vorhandene
Analogtelefone weiterzuverwenden -- und die geben prinzipbedingt halt
keine verläßliche Dienstekennung heraus.

Analoge Geräte senden keine Dienstekennung, klar. Aber der Port am
nötigen a/b-Wandler kann das entsprechend umsetzen.
Vielleicht war die Norm auch schlichtweg nicht weit genug gedacht.
Gerade in Privathaushalten und kleinen Firmen weitverbreitet sind
Kombifaxgeräte, mit denen die Leute teilweise auch standardmäßig
telefonieren. Ist ein solches Gerät mit einem Teilnehmer verbunden,

Dafür gibt es die Einstellung "Kombigerät" an den meisten a/b-
Wandlern....

Eines muss man den ehemaligen Bundespost-Beamten lassen - sie haben
weit voraus gedacht. Heute fliegen uns nämlich so Dinge wie
"Rufnummernknappheit" um die Ohren und/oder sorgen für "ellenlange"
Rufnummern selbst im kleinsten Kuhdorf ...

Eigentlich nicht. Wenn ein Teilnehmer, der früher mal eine einzige
Nummer bekommen hat, nunmehr 10 Nummern bekommt, rechtfertigt das die
Verlängerung der Rufnummern um genau eine Stelle, nicht um drei oder
vier.

Nicht, wenn man auch Rufnummernräume für andere Netzbetreiber vorhalten
muss bzw. will. Abgesehen davon steigt auch die Zahl der Festnetz-
Telefonteilnehmer (stieg, jetzt nimmt sie eher - dank "Händie" - wieder
ab). Ich kann mich noch gut erinnern als ich noch ein kleiner Bub war.
Da hatten in der Siedlung genau zwei Leute ein Telefon - eine Pension am
Anfang der Strasse und ein "Neureicher" gegenüber. Später hatte dann
auch unser Vermieter ein Telefon und es war ansich normal, dass man -
wenn es unbedingt sein musste - bei ihm "mal kurz anrufen" durfte. Heute
wäre sowas kaum noch vorstellbar und aus den ehem. 2 Anschlüssen sind
heute bestimmt 30 oder 40 geworden.

Gleiches in Verwaltungen und Firmen. Als ich meine Lehre begann, war es
noch üblich, pro Doppel-Büro nur ein Telefon zu haben - auf einem so
lustigen Schwenkarm. Wer telefonieren msuste, der drehte das Telefon auf
seinen Tisch... Moderner waren dann schon die sog. "Schauzeichenapparate
- zwei analoge Telefone unter einer Nummer (später dann mittels AWADo
gelöst) Azubi-Schreibtische etc. hatten oft garkeinen Telefonapparat auf
dem Tisch... Auch das ist heute ansich undenkbar, obwohl mit EMails usw.
die Notwendigkeit zur Sprachkommunikation eher abnimmt.

Ich halte es für ziemlich lächerlich, in einem Ort mit vielleicht
1000 Einwohnern 6stellige Rufnummern zu verteilen.

Bei 999 Einwohnern mit Telefon brauchst du schon mal 4-stellige Nummern,
wenn (theoretisch) jeder das Recht auf 10 Nummern hat bzw. diese nutzt.
Kommt ein Anschluss dazu, muss es schon 5-stellig sein. Mit "etwas
Luft" für Firmen und z.B. Zusammenlegung von Vermittlungsstellen sind es
dann eben schnell 6 Stellen....
--
Lebe heute und freue dich auf morgen.
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