S/PDIF gestern und heute

Diese Gruppe dient Diskussionen über Software, Hardware und Entwicklungen für die Verarbeitung von Audio (Musik, Sprache, Geräusche) auf Computern. Themen sind insbesondere Audio-Bearbeitungssoftware, Komprimierungs- und Reduktionsverfahren, Soundkarten, Analog- und Digital- Verbindungen.

Nicht hier hinein gehören inhaltliche Themen um das Komponieren, Erzeugen und Beschaffen von Musik, Sprache oder Geräuschen sind geeignetere Gruppen zu wählen.
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon joerg w mittag » Fr 23. Jul 2010, 18:00


Marc Haber wrote:
ich habe mir (mal wieder) vorgenommen, mein größtenteils aus den 80ern
und 90ern stammendes Musikarchiv in den Rechner zu holen und als mp3
verfügbar zu machen. [...] und die DATs.

In Anbetracht der Kreise, in denen du dich sonst noch so rumtreibst,
hätte ich hier noch einen Alternativ-Vorschlag aus einer *völlig*
anderen Ecke: eine alte SGI-Workstation, bzw. ein altes
SGI-/Sony-/Conner-/Seagate-/Archive-DDS-Laufwerk.

DDS-Laufwerke können nämlich den Rohdatenstrom von DAT-Bändern
durchaus einwandfrei lesen und es gibt Software, die dann in der Lage
ist diesen Rohdatenstrom in PCM-Audiodaten umzuwandeln. Das Problem
ist lediglich, dass aus den üblichen Gründen das Auslesen der Rohdaten
in der Firmware der Laufwerke deaktiviert ist.

Silicon Graphics aber, in seinen Bestrebungen, *der* Hersteller von
Multimedia-Unix-Workstations zu werden, hat seine Lieferanten dazu
gezwungen, dieses Feature in ihren Laufwerken zu implementieren. Das
heißt, praktisch alle DDS-Laufwerke aus den guten alten
SGI-Workstation-Zeiten können DATs lesen (und die entsprechenden
Firmwares sind im Web ... äh ... "vom Flash-Leser gefallen", so dass
sich auch baugleiche Modelle ohne SGI-Logo umflashen lassen).

Damit bekommst du die DATs direkt per SCSI in den Rechner ohne Umwege
über eine S/P-DIF-Schnittstelle und sogar bei DDS2-Laufwerken in
doppelter Geschwindigkeit, wenn ich mich nicht irre.

Es wäre doch durchaus möglich, dass irgendeiner deiner KaLUG-,
Subnetz-, Entropia-, CCC-, UUGRN-, SAGE- oder GUUG-Bekannten oder wen
du halt sonst noch so kennst, eine alte SGI-Workstation oder ein
passendes Laufwerk hat, das er dir leihen könnte? Oder sogar ein
fertiges Setup für eben diesen Zweck? Ich selber habe das ganze zwar
mal recherchiert und mir sogar zwei Laufwerke gekauft, aber dann nie
durchgezogen. (Hauptsächlich weil ich zu geizig war, die kommerzielle
Software für Windows zu kaufen und zu dämlich, den Kernelpatch
vernünftig einzuspielen, was aber in deinem Fall wohl kein Problem
darstellen sollte. Außerdem bin ich mir bis heute nicht sicher, ob mir
da jemand auf eBay ein kaputtes Laufwerk angedreht hat oder ich es
beim Versuch des Flashens gegrillt habe.)

Ich habe gerade auf einer meiner Backup-Platte eine Textdatei mit dem
Titel `dat-dds.txt` mit meinen alten Nozizen gefunden. (Bitte keine
Fragen dazu, ich habe absolut keinen blassen Schimmer mehr, was das
bedeutet!)

---------- snip ----------
Als Hinweis, ob das Laufwerk Audio-faehig ist, hier ein paar Listen.

Diese Laufwerke funktionieren:

Bezeichnung: Archive 4320NT
ARCHIVE Python 25601-XXX2.63
ARCHIVE Python 25601-XXX2.75

Bezeichnung: Archive 4330
ARCHIVE Python 25601-XXX2.63

Bezeichnung: Conner/Seagate CTD-8000/4326NT
ARCHIVE Python 01931-XXX5AC
ARCHIVE Python 01931-XXX5.56
ARCHIVE Python 01931-XXX5.63

Bezeichung: Conner 4530
ARCHIVE Python 25501-XXX

Bezeichnung: Sony SDT-9000
SONY SDT-9000 1.11
SONY SDT-9000 1.13

Und alle DDS1/2/3-Laufwerke von Silicon Graphics.


Diese hier funktionieren vielleicht:

Archive Python: 4320NT und 4320RT
Archive Peregrine: 4326NP und 4326RP
Conner/Seagate Peregrine: CTD8000E-S, CTD8000H-S und CTD8000R-S

bzw.

ARCHIVE Python 28388-XXX5.40 (Firmware-Version 5.40)
ARCHIVE Python 28388-XXX5.AC (5.AC)
ARCHIVE Python 28388-XXX5ACB (5ACB)
ARCHIVE Python 28388-XXX5.AQ (5.AQ)
ARCHIVE Python 00095-0015AB (5AB)
ARCHIVE Python 00095-0015.ac (5.ac)
ARCHIVE Python 02801-XXX5.67 (6.57)
ARCHIVE 4326XX 27871-XXX0316 (5.46)
ARCHIVE 4326XX 27871-XXX0322 (598A)
ARCHIVE 4326XX 27871-XXX0324 (5.AN)
ARCHIVE Python 01931-XXX5.63 (5.63)
ARCHIVE Python 28388-XXX5.53 (5.53) auch verkauft als DEC TLZ07
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5770 (5770) IBM FRU-Nummer: 16G8454
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5AJ0 (5AJ0) 16G8456
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5AJ0 (5AJ0) 16G8454
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5500 (5500) 21H5158
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5500 (5500) 21H5156
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D562B (562B) 21H5172
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5ALG (5ALG) 21H5154
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5AL0 (5AL0) 59H3481
ARCHIVE IBM4326NP/RP !D5ALL (5ALL) 59H3481


Diese hier sollen nach Geruechten auch gehen:

Seagate Scorpion


HP- und Sun-Laufwerke sowie Sonys vor dem SDT-9000 funktionieren gar
nicht.
---------- snap ----------

HTH,
jwm
joerg w mittag
 
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon marc haber » So 25. Jul 2010, 20:57


Jörg W Mittag wrote:
Marc Haber wrote:
ich habe mir (mal wieder) vorgenommen, mein größtenteils aus den 80ern
und 90ern stammendes Musikarchiv in den Rechner zu holen und als mp3
verfügbar zu machen. [...] und die DATs.

In Anbetracht der Kreise, in denen du dich sonst noch so rumtreibst,
hätte ich hier noch einen Alternativ-Vorschlag aus einer *völlig*
anderen Ecke: eine alte SGI-Workstation, bzw. ein altes
SGI-/Sony-/Conner-/Seagate-/Archive-DDS-Laufwerk.

Phew, das ist aber wirklich Vintage, und in einem Bereich, in dem ich
mich nullstens auskenne und nur wenig Lust habe, mich da noch
einzuarbeiten.
Silicon Graphics aber, in seinen Bestrebungen, *der* Hersteller von
Multimedia-Unix-Workstations zu werden, hat seine Lieferanten dazu
gezwungen, dieses Feature in ihren Laufwerken zu implementieren. Das
heißt, praktisch alle DDS-Laufwerke aus den guten alten
SGI-Workstation-Zeiten können DATs lesen (und die entsprechenden
Firmwares sind im Web ... äh ... "vom Flash-Leser gefallen", so dass
sich auch baugleiche Modelle ohne SGI-Logo umflashen lassen).

Damit bekommst du die DATs direkt per SCSI in den Rechner ohne Umwege
über eine S/P-DIF-Schnittstelle und sogar bei DDS2-Laufwerken in
doppelter Geschwindigkeit, wenn ich mich nicht irre.

Danach habe ich mir vor zehn Jahren die Lippen geleckt, aber irgendwie
hab ich keine allzugroße Lust mehr, mich mit DDS-Laufwerken abzugeben.
Die waren damals schon unendlich ärgerlich - sackteuer und sind im
täglichen Backup-Betrieb gestorben wie die Fliegen.

Auch wenn das sicherlich die Lösung mit dem höchsten Hack Value ist,
irgendwie bin ich da sehr sehr skeptisch, ob das zeitnah genug zum
Erfolg führt. Da setze ich mich lieber noch eine Weile mit dem Treiber
von der CMI8738 auseinander oder beiße in den sauren Apfel und
überspiele die Stücke, wo die Tempoprobleme auftreten, analog. Besser
schlecht im Rechner als gar nicht.

Grüße
Marc
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon peter lemken » Di 10. Aug 2010, 21:31


Jörg W Mittag wrote:
In Anbetracht der Kreise, in denen du dich sonst noch so rumtreibst,
hätte ich hier noch einen Alternativ-Vorschlag aus einer *völlig*
anderen Ecke: eine alte SGI-Workstation, bzw. ein altes
SGI-/Sony-/Conner-/Seagate-/Archive-DDS-Laufwerk.

DDS-Laufwerke können nämlich den Rohdatenstrom von DAT-Bändern
durchaus einwandfrei lesen und es gibt Software, die dann in der Lage
ist diesen Rohdatenstrom in PCM-Audiodaten umzuwandeln. Das Problem
ist lediglich, dass aus den üblichen Gründen das Auslesen der Rohdaten
in der Firmware der Laufwerke deaktiviert ist.

Silicon Graphics aber, in seinen Bestrebungen, *der* Hersteller von
Multimedia-Unix-Workstations zu werden, hat seine Lieferanten dazu
gezwungen, dieses Feature in ihren Laufwerken zu implementieren. Das
heißt, praktisch alle DDS-Laufwerke aus den guten alten
SGI-Workstation-Zeiten können DATs lesen (und die entsprechenden
Firmwares sind im Web ... äh ... "vom Flash-Leser gefallen", so dass
sich auch baugleiche Modelle ohne SGI-Logo umflashen lassen).

Damit bekommst du die DATs direkt per SCSI in den Rechner ohne Umwege
über eine S/P-DIF-Schnittstelle und sogar bei DDS2-Laufwerken in
doppelter Geschwindigkeit, wenn ich mich nicht irre.

Brillant, danke für die Info; das ist alleine schon des Hackvalues wegen
spaßig. Jetzt nur noch 'ne Tapewechselmaschine im Keller installieren und
die DATs per ssh archivieren.


Peter Lemken
0711
--
Nature abhors crude hacks.
peter lemken
 
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon sascha dungs » Do 9. Sep 2010, 13:42


Am 10.08.2010 22:31, schrieb Peter Lemken:
Jörg W Mittag wrote:
Damit bekommst du die DATs direkt per SCSI in den Rechner ohne Umwege
über eine S/P-DIF-Schnittstelle und sogar bei DDS2-Laufwerken in
doppelter Geschwindigkeit, wenn ich mich nicht irre.

Brillant, danke für die Info; das ist alleine schon des Hackvalues wegen
spaßig. Jetzt nur noch 'ne Tapewechselmaschine im Keller installieren und
die DATs per ssh archivieren.

Kurzer - leicht verspäteter - Einwurf meinerseits:

habe selbiges letztes Jahr mit zwei verschiedenen DAT-Laufwerken (einem
Sony SDT-9000 und einem Archive irgendwas, müsste ich nachgucken)
durchgeführt, und dabei festgestellt, dass die Computerlaufwerke doch
recht schnell dazu neigen, kleine Bandfehler in sehr deutlich hörbares
Knacksen zu verwandeln. Die Interpolation meiner Audio-DAT-Recorder
funktioniert da wesentlich besser.

Und was wir alle damals schon immer vermutet haben: DDS-Tapes sind
_wesentlich_ weniger von Fehlern betroffen als Audio-DAT-Tapes. Zum
Glück sind nur meine ersten 45 (von über 250) DATs echte Audio-Tapes.

Mit o.g. SDT-9000 ist der "Hackvalue" übrigens sehr gering.
Anschliessen, DAT2WAV Syntax studieren, Band rein, läuft.
--
MfG,
Sascha
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon olaf kaluza » Do 9. Sep 2010, 17:25


Sascha Dungs wrote:

Hallo Sascha, lange nix mehr von dir gehoert. :-)

>durchgeführt, und dabei festgestellt, dass die Computerlaufwerke doch
>recht schnell dazu neigen, kleine Bandfehler in sehr deutlich hörbares
>Knacksen zu verwandeln.

Das wundert mich kein bisschen. Ist ja bei AudioCDs genauso. Eine CD
die so verkratzt ist das selbst mein altes 4Plex da nur noch hustet, also
sagen wir mal Stadtbuecherei-Level, kann man immer noch problemlos mit
dem CD-Player auf DAT ueberspielen und hoert da nichts oder fast
nichts.

>Die Interpolation meiner Audio-DAT-Recorder
>funktioniert da wesentlich besser.

Ich koennte mir sogar vorstellen das ein AUDIO-DDS da garnicht
interpoliert weil die Hardware da nicht drauf eingerichtet ist.

Olaf
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon sascha dungs » Fr 10. Sep 2010, 17:00


Am 09.09.2010 18:25, schrieb Olaf Kaluza:
Sascha Dungs wrote:

Hallo Sascha, lange nix mehr von dir gehoert. :-)

Jup, gleichfalls! ;)
Eine CD
die so verkratzt ist das selbst mein altes 4Plex da nur noch hustet, also
sagen wir mal Stadtbuecherei-Level, kann man immer noch problemlos mit
dem CD-Player auf DAT ueberspielen und hoert da nichts oder fast
nichts.

Hm, also das kenne ich bei CDs teilweise doch anders. Fiese Kratzer
bringen meinen AudioCD-Player doch schnell zum Springen. Da kann man
dann bspw. mit H2cdimage noch eine Kopie ziehen und das Image dann neu
brennen, obwohl das durchaus was dauern kann...
Ich koennte mir sogar vorstellen das ein AUDIO-DDS da garnicht
interpoliert weil die Hardware da nicht drauf eingerichtet ist.

Naja, immerhin kann man bei DAT2WAV "errorcorrection" ein- oder
ausschalten. Und das wird ja nicht die Lowlevel-CRC sein, oder?
--
MfG,
Sascha
sascha dungs
 
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Re: S/PDIF gestern und heute

Ungelesener Beitragvon olaf kaluza » Fr 10. Sep 2010, 18:41


Sascha Dungs wrote:

>Naja, immerhin kann man bei DAT2WAV "errorcorrection" ein- oder
>ausschalten. Und das wird ja nicht die Lowlevel-CRC sein, oder?

Keine Ahnung. Ich selber habe nur den SDT-10000 und das noch in der
Compaq inkarnation bei mir im Rechner und soweit ich weiss gibt es
fuer den keine Audio firmware.

Olaf
olaf kaluza
 
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